Der Vater
Mit ihm beginnt das Vermögen. Und die offenen Fragen.
Zuletzt aktualisiert: 13. August 2026
Othmar John Hitz war ein Schweizer Kaufmann, der im Venezuela der Jahrhundertmitte ein Vermögen aus Kaffee und Liegenschaften aufbaute. Er war der Vater von Anna Maria Hitz, dem einzigen Kind und der Alleinerbin, um die sich die öffentliche Geschichte von 1965 dreht.
Der Name, und warum er zählt
Die Aktenlage sagt Othmar John Hitz. Nicht nur das umstrittene Testament, dem man lange unterstellte, es habe seinen Namen falsch geschrieben, sondern auch die amtliche Schweizer Erbschaftspublikation. Der Rechnungsruf des Kreisamts Seewis, publiziert im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 29. und 30. Januar 1960, liest «Othmar John Hitz, geb. 20. April 1899 in Chur».
Die Familie kannte ihn als Othmar Jakob. Weil die amtliche Publikation und das Testament übereinstimmen, ist John sehr wahrscheinlich sein dokumentierter bürgerlicher Name und kein Fehler im Testament. Damit verliert auch das Argument der Caracas-Presse von 1966, der Name beweise die Fälschung des Testaments, seinen Boden.
Endgültig klärt es das Geburtsregister in Chur. Bis dahin lautet die ehrliche Formulierung: zwei unabhängige Dokumente sagen John, die Familie sagte Jakob, und die Frage ist offen. Zu beachten ist ausserdem: Geburtsort ist Chur. Seewis im Prättigau ist der Heimatort, nicht der Geburtsort.
Tod und Grab
Er starb am 4. Juli 1958. Als offizielle Todesursache wurde Nierenversagen genannt. Seine frühere Frau sprach von Gift. Nach Darstellung der Familie ergab eine spätere, gerichtlich angeordnete Öffnung des Grabes, dass es leer war. Die Todesurkunde wurde nach der Familienakte nie sauber vollständig ausgestellt. Der Vergiftungsvorwurf ist eine Presseangabe und eine Angabe der Familie. Bewiesen ist er nicht.
Die Struktur des Nachlasses
Er hatte Werte auf fremde Namen eintragen lassen, vor allem auf den seines Anwalts. Ein Mitte der 1950er Jahre in Caracas registriertes Testament setzte denselben Anwalt als Testamentsvollstrecker ein. Kein Gericht hat je entschieden, dass die Erbin nichts bekommt. Drei Verwaltungen in drei Ländern arbeiteten nebeneinander her, keine war zuständig, und in diesem Zwischenraum verschwand das Vermögen.