Akte 04
Er baute das Vermögen auf. Er starb 1958. Als die Familie endlich sein Grab öffnen liess, war nichts darin.
Zuletzt aktualisiert: 19. September 2026
Akte 04 von 06
Kein Leichnam. Kein Sarg. Keine sterblichen Überreste. Eine Erklärung gab es nie.
Othmar Hitz, der Schweizer Kaufmann, dessen venezolanisches Vermögen die Presse in zweistelligen Millionenhöhen bezifferte, starb am 4. Juli 1958 in Caracas mit neunundfünfzig Jahren. Seine Witwe hat die offizielle Version nie akzeptiert.
Sie war bis zu ihrem Lebensende überzeugt, dass er ermordet wurde. Das war ihre Überzeugung. Die Aktenlage beweist sie nicht und widerlegt sie nicht. Was die Akten zeigen, ist eine Reihe von Tatsachen, die nie jemand erklärt hat, und jede einzelne machte das Vermögen schwerer erreichbar.
Was niemand erklärt hat
Die Exhumierung erforderte jahrelange Eingaben in zwei Ländern. Als sie endlich stattfand, war nichts da, was man hätte exhumieren können.
Der Anwalt, dem er vertraute wie einem Bruder
Jahre zuvor hatte Othmar alles, was ihm gehörte, auf den Namen seines Anwalts überschreiben lassen: Liegenschaften, Firmen, Konten. Er vertraute ihm, in seinen eigenen Worten, «wie meinem eigenen Bruder». Dagegen hielt er unterzeichnete Gegenurkunden, die belegten, dass die Werte in Wahrheit ihm gehörten. In den Worten eines Familienmitglieds, das es miterlebt hat, sind diese Gegenurkunden «natürlich verschwunden».
Ein leeres Grab. Ein Anwalt, der die Papiere hielt. Einzeln ist jedes davon ein Zufall.